Kindermitwirkung
bei Medien- und Kulturproduktionen

Jahr für Jahr stehen über 5000 Kinder und Jugendliche allein in Nordrhein-Westfalen im Rampenlicht: bei Theater-, Film-, Fernseh- oder anderen Medienproduktionen.

Medien sind heute ein selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Wie auch wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, fördert der Umgang mit kreativen Anforderungen allgemein die Kompetenz von Kindern und Jugendlichen.

Kinderarbeit ist zwar grundsätzlich nicht zulässig, der § 6 Abs. 1 des Jugendarbeitsschutzgesetzes sah aber bisher auch schon Ausnahmen für die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen bei Medienproduktionen vor. Die Staatlichen Ämter für Arbeitsschutz konnten nach Anhörung des zuständigen Jugendamtes eine entsprechende Mitwirkung an maximal 30 Tagen im Jahr genehmigen.
Seit dem 20. April 2000 ist in Nordrhein-Westfalen eine neue Richtlinie für die Bewilligung der Mitwirkung von Kindern nach § 6 JArbSchG im Medien- und Kulturbereich in Kraft.

Neu ist dabei insbesondere, dass eine Mitwirkung von Kindern bei Medien- und Kulturproduktionen auch an mehr als 30 Tagen im Kalenderjahr möglich ist, wenn eine „weisungsunabhängige medienpädagogische qualifizierte sozialpädagogische oder psychologische Fachkraft“ - oder kurz: die „Medienpädagogische Fachkraft“ - einbezogen wird.

Bei Produktionen mit psychisch belastenden Inhalten wird die Hinzuziehung einer Medienpädagogischen Fachkraft Gegenstand der Bewilligung durch die zuständigen Ämter für Arbeitsschutz.

Die Medienpädagogischen Fachkräfte tragen mit dazu bei, den Schutzgedanken wie ihn das JArbSchuG formuliert, umzusetzen.